Die Bayern Wahl im Social (Paid) Media

In wenigen Tagen steht die Landtagswahl in Bayern an. Wir schauen uns heute die Parteien und deren Anzeigen auf Facebook und Instagram etwas genauer an.Den auch für die Parteien sind die Sozialen Netzwerke sozusagen ein „Battlefield“ um die Aufmerksamkeit von Usern und Stimmen für ihr Programm. Den Fokus legen wir nicht auf die redaktionelle Berichterstattung und Inhalte der Parteien auf deren Kanälen, sondern richtet unser Interesse auf die „Anzeigenschaltungen“ (Paid Media). Facebook bietet uns die Möglichkeiten die aktuellen „Kampagnen und Anzeigen“ der Parteien einzusehen. Dazu gehören aber nicht die Zielgruppen und eingesetzten Budgets. Doch lässt sich aus den geschalteten Anzeigen einiges rauslesen und so können wir uns ein paar Tage vor der Wahl einen kleinen Überblick über die Strategie und Vorgehensweisen der Parteien verschaffen. Vorab sei natürlich erwähnt, dass es hier nicht um Inhalte und Ansichtsweisen von Parteien geht sondern eine objektive Einschätzung der Anzeigen die durch Paid Media verbreitet werden.

Stand der Anzeigen: Montag, der 8. Oktober 2018.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands – SPD

Die Bayern SPD kommt auf ihren Facebook Account auf über 18.100 Abonnenten und über 1.300 Follower auf Instagram. Die SPD setzt auf Videos wie zum Beispiel zum Thema „Wohnraum“, wo man mit modernem Erklärcharakter auf die aktuellen Probleme bei diesem Thema in Bayern eingeht. Weiter versucht die SPD durch Anzeigen ihre Veranstaltungen mit Spitzenkandidatin Natascha Kohnen aufmerksam zu machen. In den Anzeigen gibt es keine Links oder „Slogans“ (bzw. Hashtags) die durchgängig verwendet werden. Auch über die Facebook Seite der Spitzenkandidatin werden diverse Anzeigen kommuniziert. Im Großen und Ganzen sind aber die Anzeigen nicht besonders attraktiv gestaltet und vermitteln meiner Meinung nach wenig Inhalte und keine klare Linie. Auch die vielen Textelemente in einzelnen Anzeigen lassen die Frage im Raum, ob man sich über die 20 % Regel beim Bild-Textverhältnis bei Facebook Gedanken gemacht hat oder gezielt geringere Reichweiten in Kauf nimmt.

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Quelle: https://www.facebook.com/BayernSPD/

Die Christlich-Soziale Union in Bayern – CSU

Die CSU als aktuell stärkste Partei in Bayern kommt auf über 216.000 Abonnenten auf Facebook und über 15.500 Followern auf Instagram. Im Mittelpunkt der Anzeigenkampagnen auf Facebook und Instagram steht Ministerpräsident Dr. Markus Söder. Die Kampagnen laufen unter dem Slogan „JA ZU BAYERN“, welcher oft in die Bilder aber auch als Hashtag in Texte integriert wird. Die Aufforderung die wir in nahezu jeden Text lesen ist: „Am 14. Oktober mit beiden Stimmen CSU wählen!“. Neben den Themen Pflege, Heimat und modernen Leben versucht die CSU auch mit einer „Karussell-Ad“ zu punkten die auf die Erfolge der letzten Jahre aufgebaut ist. Auch über die Seite des Ministerpräsidenten laufen diverse Anzeigenformate wie auch zum Beispiel der Imagespot der CSU zur Wahl. In den Anzeigen der CSU werden keine Links verwendet die auf weitere Informationen zum Wahlprogramm hinweisen. Allgemein ist die Anzeigengestaltung definitiv besser und durchdachter als beispielsweise die der Bayern SPD, aber wie ich finde für die eingesetzten Kanäle noch etwas zu konservativ und nicht ausgeschöpft.

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Quelle: https://www.facebook.com/CSU/

Bündnis 90/Die Grünen Bayern

Die Grünen erfreuen sich über lediglich über 8.000 Abonnenten auf Facebook und knapp 2.200 Followern auf Instagram. In Ihrer Anzeigenkampagne müssen sich die Grünen aber nicht verstecken. Eine moderne und frische Gestaltung in Farbe und Typographie und ein Mix aus vielen Videos und Link-Ads. Die Grünen stellen ihr 10 Punkte Programm in den Fokus und verlinken ihre Anzeigen auf eine eigene Webseite mit Informationen zum Wahlprogramm. In vielen Anzeigen werden die Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann in den Fokus gestellt die über das Programm berichten. Sehr interessant ist auch eine Anzeige die an türkische Mitbürger gerichtet ist und auf die Kandidatin Gülseren Demirel. Allgemein schalten die Grünen viele Anzeigen die regional auf die einzelnen Kandidaten gerichtet sind. Aktuell laufen auch über die beiden Seiten der Spitzenkandidaten diverse Anzeigen unter anderem auch Community Ads um neue Follower zu gewinnen. Gesamt und objektiv gesehen ist die Kampagnengestaltung im Paid Media Bereich auf Facebook und Instagram der Grünen in Bayern sehr durchdacht und professionell aufgesetzt.

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Quelle: https://www.facebook.com/gruenebayern/

Alternative für Deutschland – AfD

Die AfD in Bayern kann sich über die zweitmeisten Abonnenten auf Facebook in Bayern freuen. Insgesamt haben den Facebook-Account der Partei über 100.000 User abonniert und auf Instagram folgen über 2.100 User der Partei. Die Anzeigen der AfD sind eher konservativ gehalten. Direkte Angriffe auf die CSU oder Kanzlerin Merkel werden über Anzeigen an die User ausgespielt. Die AfD versucht über regionale zugeschnitten Anzeigen auf ihre Kandidaten in den verschiedenen Bezirken aufmerksam zu machen. Auch hier stellt man sich die Frage zum zwischen Text und Bild, ähnlich wie bei der SPD. Weiter werden auch Veranstaltungen beworben die vor dem Wahlsonntag stattfinden. In verschiedenen Anzeigen werden auch Links bzw. „Buttons“ gesetzt um die User auf das aktuelle Wahlprogramm der Partei zu leiten. Insgesamt ist die Kampagnengestaltung sehr einfach gehalten und gestalterisch sicherlich ausbaufähig. Man merkt aber deutlich an der Wortwahl, dass man Aufmerksamkeit erhalten möchte. Dies ist über Netzwerke wie Facebook und Instagram sicherlich ein guter Ansatz.

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Quelle: https://www.facebook.com/afd.bayern/
Freie Demokratische Partei – FDP

Die FDP in Bayern kann auf knapp 13.000 Abonnenten auf Facebook und über 2.300 Follower auf Instagram zurückgreifen. Ähnlich wie die Grünen gefällt mir die Kampagnenaufbereitung für Paid Media auf Facebook und Instagram. Die FDP hat wohl von allen Parteien aktuell die meisten Motive und Anzeigen im Umlauf. Unter dem Slogan „Frisches Bayern“ werden sehr viele Themen angesprochen. Daher gehen wir davon aus, dass auch mit sehr vielen Zielgruppen in der Anzeigenverbreitung und im Targeting gearbeitet wird. Auch Videos wie zum Beispiel zum Thema „Verwaltungsvorgänge“ kommen kurz und bündig zum Einsatz. Die Farbwahl und Schriften sind modern und einprägend und gut gewählt. Auch Seitenhiebe in Richtung der CSU finden sich im Portfolio wieder. Über die Seite des Spitzenkandidaten Martin Hagen laufen diverse Anzeigen wie zum Beispiel auch Community Ads um neue Follower zu gewinnen. Die FDP zeigt auch in Bayern wie schon bei der Bundestagswahl, dass sie die Sozialen Netzwerke und ihre Möglichkeiten versteht und gekonnt einsetzt.

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Quelle: https://www.facebook.com/FDPBayern/

Freie Wähler

Als letztes möchte ich noch einen Blick auf die Freien Wähler werfen. Die Partei hat knappe 4.000 Abonnenten auf Facebook und 329 Follower auf Instagram. Auch hier werden gezielte Anzeigen eingesetzt. Durch lustige Videos versucht die Partei auf das Thema „Wohnraum“ aufmerksam zu machen und auch der Ministerpräsident bekommt eine Rolle in einer geschalteten Video-Ad. Die Freien Wähler versuchen ebenso gezielt in den Großstädten zu werben. Durch Anzeigen die auf München, Augsburg und Nürnberg gezielt sind versuch man hier auf Wählerfang zu gehen. Auch eine Veranstaltung läuft über das Ad-Tool und soll Aufmerksamkeit generieren. Die Anzeigenschaltung erinnert und etwas an vergangene Jahrzehnte und könnte für die Netzwerke etwas gerechter aufgesetzt werden.

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Quelle: https://www.facebook.com/fwbayern/
Side-Kick: Auch die Linken oder die Bayernpartei wurden beleuchtet. Die Linken verzichten aktuell wohl auf Anzeigen in diesem Bereich. Die Bayernpartei greift mit ihren Anzeigen die anderen Parteien wie zum Beispiel Die Grünen an, hat aber mit über 32.000 Abonnenten doch eine große „Base“.

Fazit: Alle Parteien versuchen durch Anzeigenschaltungen auf Facebook und Instagram die User zu erreichen und auf Wählerfang zu gehen. Objektiv gesehen gestalten das die FDP, Die Grünen und in Teilen die CSU am besten. Natürlich dürfen Zielgruppen bei der Gestaltung von Content und Anzeigen nie vergessen werden. Somit ist es natürlich schwierig ein finales Urteil zu fällen ohne die Hintergründe genau zu kennen. Das Ergebnis und die Effektivität der Kampagnen können erst nach der Wahl ausgewertet werden. Eins ist aber sich, es bleibt spannend im bayerischen Wahlkampf 2018. ehrensache

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